Aktuelles:

Palliativ-
medizin

 

 

Allgemeine Informationen

Fachbereichsleiter: Oberarzt Dr. med. Thomas Schlunk
Facharzt für Innere Medizin, Palliativmedizin,
Spezielle Schmerztherapie
Tel.: 07071/206-441
oder 07071/206-0
E-Mail

Die Weltgesundheitsorganisation definiert dieses Gebiet der Medizin wie folgt: Palliative Care ist die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung zu der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf kurative [auf Heilung zielende] Behandlung anspricht. Dann hat die Beherrschung von Schmerzen, anderen Krankheitsbeschwerden, psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen höchste Priorität.

Das Wort pallium stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Mantel“, palliativ bedeutet (schmerz-)lindernd: Symptome werden gleichsam „in einen Mantel gehüllt“ durch Behandlungen, deren erstes oder einziges Ziel es ist, das Wohlbefinden des Kranken zu fördern.
Care kommt von kara: „trauern, eine Last mittragen, mitleiden“.

Das Ziel von Palliative Care ist die Erhaltung der bestmöglichen Lebensqualität, nicht in erster Linie eine Lebensverlängerung. In interdisziplinärer Zusammenarbeit von Pflegenden, Ärzten, Psychologen, Seelsorgern und Sozialarbeitern stehen Kranke und ihre Angehörigen im Zentrum der Betreuung. Ihre Bedürfnisse und Entscheidungen werden respektiert. Gemeinsam werden Therapien zur Linderung belastender Symptome gesucht (z. B. Schmerzen, Übelkeit, Atemnot usw.).
Diese Anstrengungen, Schmerz zu kontrollieren und Beschwerden zu lindern, dienen dem tieferen, existenziellen Zweck, die Zeit eines kranken oder sterbenden Menschen zu erleichtern, damit er Handlungsmöglichkeiten zurückgewinnt und Erfahrungen machen kann: Das Bemühen um ein möglichst normales Leben unter Mitmenschen steht im Vordergrund. Daher werden die sozialen Kontakte gefördert und die Ausübung liebgewordener Gewohnheiten unterstützt.

Die Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus hat schon seit den 70er Jahren einen Schwerpunkt ihrer Arbeit in der palliativen Medizin gesehen, als dieser Begriff noch wenig bekannt war. Insofern hat das Paul-Lechler-Krankenhaus sehr früh eines der Ziele der Hospizbewegung, Krankenhäuser an alte, vergessene Aufgaben zu erinnern, für sich umgesetzt. Auch heute und in Zukunft spielt Palliativmedizin im Paul-Lechler-Krankenhaus eine wichtige Rolle, gerade auch in Ergänzung zum Leistungsspektrum des Universitätsklinikums Tübingen und in Zusammenarbeit mit den Hausärzten in Stadt und Landkreis Tübingen.

Da die Lebensqualität vieler schwerkranker Menschen in ihrem eigenen Zuhause höher ist als in jeder stationären Einrichtung - die meisten Menschen möchten ihre letzte Lebensphase zu Hause verbringen - , haben Mitarbeiter der Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus ihre palliativmedizinische Erfahrung in die Planung und Gründung (1991) des Tübinger Projekts: Häusliche Betreuung Schwerkranker eingebracht.

Dateien zum Download:


Tübinger Modifikation der kontinuierlichen subkutanen Infusion (insbesondere für den häuslichen Bereich) mit Verordnungs-Formular (PDF-Datei)

Th. Schlunk, Schmerztherapie bei Tumorpatienten (PDF-Datei)

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