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Tropen- und Reisemedizin
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Malaria und ihre Symptome Malaria ist eine ernste Erkrankung. Obwohl vier verschiedene Malariaparasiten vorkommen, die den Menschen infizieren und eine Malaria verursachen können, ist nur die Malaria tropica potentiell lebensbedrohlich. Die anderen Malariaformen wie Malaria tertiana (verursacht durch Plasmodium vivax oder Plasmodium ovale) und die Malaria quartana (verursacht durch Plasmodium malariae) sind nicht lebensbedrohlich. Die Symptome einer Malaria ähneln einer Grippe: Fieber, Frösteln, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, gelegentlich Erbrechen, Durchfall und Husten. Patienten mit schwerer Malaria tropica können Leber- und Nierenversagen entwickeln, Krampfanfälle und Koma können auftreten. Obwohl Infektionen mit Plasmodium vivax und Plasmodium ovale weniger schwere Erkrankungen hervorrufen, können diese Parasiten mehrere Monate bis Jahre in der Leber verbleiben, so daß Monate bis Jahre später noch Malariaanfälle auftreten können. Anfänglich können die Symptome milde sein. Malaria sollte immer in Betracht gezogen werden, wenn ein Reisender mindestens 7 Tage nach Expositionsbeginn (Mückenstich) Fieber bzw. eines der oben genannten Symptome hat. Bis zu einem Jahr nach Expositionsende (Rückkehr) muß bei den genannten Symptomen an eine Malaria tropica gedacht werden. Eine Malaria tertiana oder Malaria quartana kann aber noch mehrere Jahre nach Rückkehr aus einem Malariagebiet auftreten. Wenn der Verdacht auf Malaria besteht, muß umgehend ein Arzt aufgesucht werden, der eine sofortige Blutuntersuchung auf Parasiten (nicht Antikörper!) veranlaßt. In Deutschland sterben etwa 3% der Patienten mit Malaria tropica, vorwiegend wegen zu später Behandlung.
Schutz gegen Malaria Ein Impfstoff gegen Malaria existiert noch nicht. Reisende können sich jedoch durch Maßnahmen schützen, die vor Moskitostichen schützen, sowie durch vorbeugende Einnahme von Malariamedikamenten. Vermeidung von Moskitostichen Der beste Schutz vor einer Malaria ist, Moskitostiche zu vermeiden. Ohne vorausgegangenen Moskitostich keine Malaria! Malariaparasiten übertragende Moskitos stechen in der Regel zwischen Abend- und Morgendämmerung.
Vorbeugende Einnahme von Medikamenten Reisende in Malariagebiete sollten ihre Reisepläne rechtzeitig vor der Abreise mit einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt (z.B. Tropenmediziner, Reisemediziner, Infektionsepidemiologe) diskutieren. Tropenreisende erhalten in ihren Heimatländern oft verschiedene Empfehlungen. Diese spiegeln häufig die unterschiedliche Verfügbarkeit bestimmter Malariamedikamente wieder. So ist z.B. Proguanil in den USA, im Gegensatz zu Europa, nicht erhältlich. Reisende, die nur Großstädte (gilt nicht für das tropische Afrika und Indien) oder ländliche Regionen besuchen, in denen kein Malariarisiko besteht, brauchen prophylaktisch keine Malariamedikamente einzunehmen. Nur bei Vorliegen der detaillierten Reisepläne ist auch eine Entscheidung möglich, wie eine Malariaprophylaxe gestaltet werden muß. Die genauen Dosierungen der Medikamente zur Malariaprophylaxe entnehmen Sie bitte unseren aktuellen Merkblättern: Standard-Empfehlung für die Malaria-Prophylaxe bei Erwachsenen und Kindern. Richten Sie sich bitte immer nach den aktuellen Merkblättern, da sich bei den Empfehlungen je nach Resistenz- und Medikamenteneentwicklung kurzfristige Änderungen ergeben können. Für eine wirksame medikamentöse Prophylaxe ist es ganz wichtig, die empfohlenen Dosierungen und Einnahmezeiten strikt einzuhalten, um immer einen ausreichend wirsamen Medikamentenspiegel im Blut aufrechtzuerhalten. Zur besseren Verträglichkeit sollten die Medikamente nach den Mahlzeiten eingenommen werden. Auch nach Rückkehr aus einem Malariagebiet müssen die Malariamedikamente noch konsequent vier Wochen weiter eingenommen werden. Medikamentenresistenz Die Auswahl geeigneter Malariamedikamente wird durch das Auftreten von Medikamentenresistenten Malariaerregern immer schwieriger. Welche Medikamente zur Vorbeugung oder ggf. zur Notfallbehandlung ("stand-by"-Medikament) für Sie in Frage kommen, sollten Sie daher mit Ihrem Arzt besprechen. Nebenwirkungen von Malariamedikamenten Alle Medikamente können geringere oder auch stärkere Nebenwirkungen haben; sollte eine schwere Nebenwirkung auftreten, muß der Reisende ärztliche Hilfe aufsuchen und die medikamentöse Malariaprophylaxe absetzen. Leichte Übelkeit, gelegentliches Erbrechen, leichte Durchfälle sind kein Grund, eine medikamentöse Prophylaxe abzusetzen! Die Gefährlichkeit (Lebensgefahr!) einer Malaria tropica rechtfertigt die Tolerierung vorübergehender leichter Nebenwirkungen. Selbstbehandlung Als Selbstbehandlungsmedikament ("stand-by"-Medikament) bei Fieber und Grippe-ähnlichen Symptomen während einer Reise in Malariagebieten ohne Erreichbarkeit medizinischer Hilfe kann derzeit Mefloquin (Lariam®), Atovaquon+Proguanil (Malarone®) oder Artemether+Lumefantrin (Riamet®) eingesetzt werden. Dies ist nur eine Notfallmaßnahme. Eine medizinische Einrichtung muß trotzdem so bald wie möglich aufgesucht werden. Reisende, die erst nach ihrer Reise erkranken, sollen sich nie selbst behandeln, sondern sofort einen Arzt aufsuchen und ihn über die zurückliegende(n) Reise(n) informieren. Bestehen Sie darauf, daß eine Untersuchung auf Malariaparasiten im Blut von einer tropenmedizinisch erfahrenen Einrichtung durchgeführt wird. Das Ergebnis dieser Untersuchung liegt in spätestens 1-2 Stunden vor. Eine Antikörperuntersuchung bei dringendem Verdacht auf Malaria ist zur Feststellung einer Malaria ungeeignet! . Übertragung Malariaerreger werden durch weibliche Stechmücken der Gattung Anopheles während der Dämmerung und nachts bis zum Morgengrauen während des Blutsaugens übertragen. Anophelen halten sich meist in der Nähe ihrer Brutplätze am Wasser auf (in Seen, Tümpeln, Pfützen, Regentonnen, Bewässserungsgräben, Sümpfen, an Flußufern), stechen aber vorwiegend in Innenräumen. Infektionsweg und Entwicklungszyklus des Malariaparasiten Die Infektionserreger (Plasmodien) sind mikroskopisch kleine Parasiten, die von infizierten Anopheles-Stechmücken durch einen Stich in den menschlichen Körper übertragen werden. Die Parasiten gelangen in die Leber, wo sie sich vermehren. Von hier aus gelangen die Parasiten in die roten Blutkörperchen, in denen es erneut zur Vermehrung kommt. Die roten Blutkörperchen werden hierdurch zerstört, und die freigesetzten Malariaparasiten können dann weitere rote Blutkörperchen befallen. Hierdurch kommt es zu Fieberanfällen und zu einer Blutarmut (Anaemie). Bei den Erregern einer Malaria tertiana können Ruheformen der Parasiten mehrere Jahre in der Leber verweilen und zu Spätanfällen führen. Leseempfehlung zur Reisevorbereitung Allgemeine Empfehlung für
die Malaria-Prophylaxe und -Selbsttherapie bei Erwachsenen erhältlich
in der Impfsprechstunde (kostenlos) oder als PDF-Datei
Informationsschrift Nr. 23
- Ratschläge zur Erhaltung der Gesundheit in tropischen und subtropischen
Ländern. Zusammengestellt von H. Kretschmer, P.C. Döller,
R. Bialek, B. Schüle. Erhältlich in der Impfsprechstunde (2,60
€).
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