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Tropen- und Reisemedizin
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Cholera, Diphtherie, Frühsommer-Meningoenzephalitis, Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis E, Gelbfieber, HIV/AIDS, Insektenstiche, Japanische Enzephalitis, Malaria, Poliomyelitis, Tetanus, Tollwut, Typhus
Informationen zu Erkrankungen, gegen die Sie sich durch Impfungen schützen können Unabhängig von Ihrem Reiseziel sollte ein ausreichender Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie und Poliomyelitis vorhanden sein. Bei Impfungen, die länger als 10 Jahre zurückliegen, sollte eine Auffrischimpfung erfolgen. Ihr Hausarzt/Gesundheitsamt oder unsere Impfsprechstunde können Sie hierzu im Detail weiter beraten und den Impfschutz im Bedarfsfall auffrischen. Tetanus (Wundstarrkrampf) wird durch Bakterien verursacht, die durch Wunden, auch allerkleinste, nicht sichtbare, in den menschlichen Organismus eindringen. Dies kann durch Unfälle, aber auch nur durch Arbeiten z.B. im Garten erfolgen, da diese Bakterien überall im Erdboden vorhanden sind. Nach der Infektion kommt es durch bakterielle Toxine (Giftstoffe) zu massiven Muskelkrämpfen, wobei der Verlauf häufig tödlich ist. Ein wirkungsvoller Schutz ist durch Impfung zu erreichen. Diphtherie ist eine bakterielle Infektion entweder der Schleimhäute der oberen Atemwege oder, was in tropischen Ländern häufiger vorkommt, der Haut. Die Bakterien bilden Toxine (Giftstoffe), die zu einer Schädigung der Herzmuskulatur und des Nervengewebes mit hoher Sterblichkeitsrate führen. Ein wirkungsvoller Schutz ist durch Impfung zu erreichen. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, daß die Immunität bei Erwachsenen abgenommen hat, was auch die Häufung der Fälle bei Erwachsenen in Diphtherieepidemiegebieten erklärt. Poliomyelitis (Kinderlähmung) wird durch Viren verursacht. Die Bezeichnung "Kinder"lähmung ist irreführend, da diese Erkrankung auch bei Erwachsenen vorkommen kann und bei diesen sehr viel schwerere Verläufe als bei Kindern hervorruft. Die Infektion kann zu Lähmungen der Extremitäten bis hin zu Atemlähmungen führen. Ein wirkungsvoller Schutz ist durch Impfung zu erreichen. In vielen tropischen Ländern - vor allem Afrikas - kommt die Poliomyelitis noch häufig vor, aber auch in Ländern der westlichen Welt treten gelegentlich Poliomyelitisfälle bei Nichtgeimpften auf. Der amerikanische Kontinent ist mittlerweile frei von Poliomyelitis. Zusätzlich zu diesen Impfungen kommen bei Reisen Impfungen gegen die folgenden Erkrankungen in Frage: Infektionskrankheiten, deren Erreger durch Trinkwasser und Nahrungsmittel übertragen werden können Die häufigste Erkrankung, die bei Reisen in tropische oder subtropische Länder auftritt, ist der Durchfall. Häufigste Ursache ist eine Infektion über Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung von Durchfällen besteht in der Meidung verunreinigter Nahrungsmittel und Trinkwasser. Hepatitis A (Infektiöse Gelbsucht) ist eine Virusinfektion, die durch verunreinigtes Trinkwasser und Nahrungsmittel erworben wird. Eine besondere Gefahr stellen Muscheln dar. Das Infektionsrisiko ist in allen tropischen und subtropischen Ländern für nichtimmune Reisende hoch. So gehört die Hepatitis A mit den Durchfallerkrankungen zu den am häufigsten eingeschleppten Reiseinfektionen. Personen, die im oder vor dem 2. Weltkrieg geboren wurden, haben häufig eine Hepatitis A (evtl. unbemerkt) bereits durchgemacht. Dies kann durch eine einfache Laboruntersuchung festgestellt werden. Hierzu muß Ihr Hausarzt Ihnen etwas Blut abnehmen, in dem Anti-HAV bestimmt wird. Sind Antikörper gegen das Hepatitis A-Virus vorhanden, sind Sie immun. Impfungen sind dann nicht notwendig. Sind keine Antikörper nachweisbar, sind Sie empfänglich für eine Hepatitis A. Alle jüngeren Personen sind in der Regel nichtimmun. Eine Impfung gegen Hepatitis E, die auf dem selben Wege, jedoch seltener, übertragen wird, ist derzeit nicht möglich. Typhus ist eine hochfieberhafte bakterielle Erkrankung, die durch eine bestimmte Salmonellenart (Salmonella Typhi) hervorgerufen wird. Die Erkrankung kann sich mehrere Wochen hinziehen. Typhusbakterien können auch nach Genesung noch lange Zeit mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Todesfälle können auch trotz Antibiotika-Behandlung auftreten. Cholera ist eine bakteriell verursachte Durchfallerkrankung. Durch den erheblichen Wasser- und Salzverlust kann diese Erkrankung tödlich verlaufen. Trotz derzeit weltweiter Ausbreitung sind europäische Reisende praktisch nicht betroffen, da es sich bei der Cholera um eine Erkrankung der armen Bevölkerungsschichten (Slums) ohne adäquate Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung handelt, mit denen die Reisenden in der Regel keinen Kontakt haben. In Deutschland ist derzeit kein Choleraimpfstoff mehr zugelassen. Eine Choleraimpfung bietet nur einen geringen Schutz und verhindert eine Übertragung nicht. Sie wird daher von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht mehr empfohlen. Der in der Schweiz und in Schweden verwendete Schluckimpfstoff ist in Deutschland nicht zugelassen. Infektionskrankheiten, deren Erreger durch Insekten übertragen werden können Als Schutz vor Insektenstichen empfiehlt sich einerseits das Tragen von langärmligen Hemden oder Blusen sowie von langen Hosen (am besten aus leichten Baumwollstoffen) sowie die Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Repellentien wie z.B. Autan® oder Nobite®-Haut). Für die Nacht empfiehlt sich ein Moskitonetz. Diese Maßnahmen können das Risiko von Insektenstichen und damit das Risiko von Infektionen deutlich senken. Gelbfieber ist eine Virusinfektion, die durch bestimmte Stechmücken in bestimmten tropischen Regionen Afrikas und Südamerikas übertragen wird. Die Erkrankung verläuft häufig tödlich. Eine Behandlungsmöglichkeit gibt es nicht. Ein wirkungsvoller Schutz ist durch Impfung zu erreichen. Die Gelbfieber-Impfung ist die z.Zt. einzige Impfung, die bei Einreise von bestimmten Ländern verlangt wird. Malaria ist eine parasitäre Erkrankung, die ebenfalls durch Stechmücken übertragen wird. Eine Impfung steht nicht zur Verfügung. Weitere Informationen Das Virus der Frühsommer-Meningoenzephalitis
(FSME) wird durch Zecken auf den Menschen übertragen und
führt zu einer Erkrankung des Zentralnervensystems. In tropischen
oder subtropischen Reisegebieten kommt dieses Virus nicht vor. Vorkommen
in Regionen Europas und Japanische Enzephalitis wird durch Viren hervorgerufen, die über bestimmte Stechmücken in Asien auf den Menschen übertragen werden können. Betroffen ist das Gehirn. Eine spezifische Behandlung ist nicht möglich, es gibt jedoch eine Schutzimpfung. Der Impfstoff ist in Deutschland derzeit nicht zugelassen. Infektionskrankheiten, deren Erreger über Blut, Injektionen, Tätowierungen und Sexualkontakte übertragen werden können Hepatitis B ist eine Virusinfektion, die in ca. 5-10% der Fälle chronisch werden und auch zu einer schweren Schädigung der Leber führen kann. Eine erfolgreiche medikamentöse Behandlung ist derzeit nicht möglich. Der Schutz vor einer Infektion erfolgt durch entsprechende Verhaltensmaßnahmen (Meidung von Drogen, Sexualkontakten, Tätowierungen usw.). Der gleiche Übertragungsweg gilt auch für Hepatitis D, wobei eine Hepatitis B-Impfung auch gegen Hepatitis D schützt. Gegen die ähnlich übertragbare Hepatitis C ist dagegen derzeit keine Impfung möglich. Über den selben Infektionsweg wird auch das Humane Immundefizienz Virus (HIV; "AIDS-Erreger") übertragen, gegen welches ebenfalls keine Impfung existiert. Infektionskrankheiten, deren Erreger über Bisse übertragen werden können Tollwut ist eine Viruserkrankung, die immer tödlich verläuft. Die Übertragung der Viren erfolgt über Tierbisse, pflegerischen Kontakt mit Tollwutpatienten und auch durch Tröpfchen in von tollwütigen Fledermäusen besiedelten Höhlen. Ein besonderes Infektionsrisiko besteht für Personen, die viel mit Tieren zu tun haben wie Tierfänger, Zoologen usw., für Pflegepersonal in Ländern, in denen häufig Tollwut vorkommt, für Höhlenforscher und für Personen, die in ländlichen Regionen gefährdeter Gebiete, aber auch in Großstädten Indiens, Nepals und Thailands viel und längere Zeit zu Fuß unterwegs sind. Infektionskrankheiten, deren Erreger über Tröpfchen übertragen werden können Meningokokken sind Bakterien, die zu einer Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis) führen können. Die Übertragung erfolgt über Tröpfchen von einem Menschen auf den anderen, insbesondere dann, wenn in gefährdeten Gebieten ein enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung besteht, wie z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln usw. Behandlungsmöglichkeiten mit Antibiotika gibt es, bei eingetretener Hirnhautentzündung bleiben jedoch häufig Folgeschäden zurück. Kinderimpfungen Weitere Informationen, insbesondere zu Kinderimpfungen, die unabhängig von Reisen durchgeführt werden sollen, können Sie über die Homepage des Robert-Koch-Instituts in Berlin (STIKO-Empfehlungen) abrufen.
Literaturempfehlungen
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