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Träger und Geschichte des Krankenhauses

1906 wurde das DIFÄM, Deutsches Institut für Ärztliche Mission durch den Industriellen Paul Lechler aus Stuttgart gegründet. Das Institut ist bis heute Träger der Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus. Von Beginn an beriet und unterstützte das DIFÄM kirchliche Werke und Missionen bei allen Aufgaben, die mit Heilung und Gesundheit verbunden sind.

1916 gegründet, war das Krankenhaus in den ersten Jahren Heilungs- und Erholungsort für kranke Missionare. Aus dem damaligen „Tropengenesungsheim“ wurde inzwischen die moderne „Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus“. Sie ist nach Hamburg die zweigrößte tropenmedizinische Einrichtung in der Bundesrepublik Deutschland.

Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus
1916-2006
Rückblick anlässlich des 100. DIFÄM-Jubiläums

Zeittafel

1910 werden in einem Teil des Institutsgebäudes erstmals kranke Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus den Tropen untersucht und behandelt.

1914-1916 erfolgt der Bau und die Eröffnung des „Tropengenesungsheimes“ auf der Eberhardshöhe in Tübingen. Trotz Kriegswirren und trotz Depression der Nachkriegszeit wird die Institution in Süddeutschland bald zur zentralen Einrichtung der Tropenmedizin. In Verbindung mit der Universität Tübingen wuirde die Lehrtätigkeit kontinuierlich ausgebaut.
Durch praktische Anleitung wurden Schwestern, Pfleger und ärztliches Personal auf ihren tropenmedizinischen Aufenthalt in Übersee vorbereitet.

1931 werden zum ersten Mal werden „Erholungsbedürftige“ aus dem Raum Tübingen aufgenommen. In den Folgejahren tritt die allgemeine medizinische und internistische Versorgung als eigenständige Aufgabe neben der Tropenmedizin in den Vordergrund.

1939-1945 Im zweiten Weltkrieg nimmt die Bedeutung der tropenmedizinischen Arbeit für Rückkehrende wie für Militärpersonal zunächst zu. Teile der Institution werden als Lazarett beschlagnahmt. Gegen Ende des Krieges und insbesondere in der Nachkriegszeit spielt das Krankenhaus eine wichtige Rolle bei der allgemeinmedizinischen Versorgung der Region.

1954 Ein Internist und Tropenmediziner übernimmt die ärztliche Leitung. Beide Aufgabengebiete prägen die Arbeit der Folgejahre.

1955 Im Krankenhaus wird eine physiotherapeutisch-heilgymnastische Abteilung eröffnet.

1957-1959 Großer Umbau und Ausbau zu einem 100-Betten-Krankenhaus.

1967-1968 Ausbau der tropenmedizinischen Ambulanz, die in den weiteren Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnt.

1972 Eine Gruppe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern plante, Schwerkranke und Sterbende in der Klinik besser zu betreuen und suchte nach Möglichkeiten, wie diese Aufgabe bewusster getragen und begleitet werden könnte.

1979 Anlässlich des Wechsels in der ärztlichen Leitung wurden die „Ziele der Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus“ schriftlich festgehalten. Die Klinik versteht sich als Fachkrankenhaus für Tropenkrankheiten, Innere Medizin und Geriatrie. Der Ablauf des Krankenhausalltags sei von der ökumenisch-christlichen Einstellung vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geprägt, wie das DIFÄM dies in vielen Ländern und Kirchen weltweit erfährt. Die Krankenpflege und ärztliche Behandlung schwerkranker Schmerzpatientinnen und –patienten, oft auch deren Begleitung bis zu ihrem Tode wird als vierter Aufgabenbereich genannt.

Ein finanzielles Gewinnstreben durch die medizinische Versorgung kranker Menschen ist an der Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus nicht bestimmend. Ausdruck dafür ist u.a. der seit jeher bestehende Verzicht auf ein Privatliquidationsrecht einzelner Ärztinnen und Ärzte.

1983 Ehrenamtlich tätige Krankenhausseelsorgerinnen und Seelsorger werden in ihrer Aufgabe durch einen hauptamtlichen Theologen im DIFÄM ergänzt.

1994 übernimmt die Klinik als Mitglied des Geriatrischen Zentrums Tübingen wesentliche Aufgaben der stationären Behandlung geriatrischer Patientinnen und Patienten. Ein hierfür verantwortliches Team aus pflegerischem und ärztlichem Personal wird durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Berufsgruppen Psychologie, Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie wie auch durch den Sozialdienst ergänzt.

1987-1999 Bei einer umfassenden Renovierung gelingt es, alle Abteilungen des Krankenhauses funktionsgerecht zu erneuern ohne den besonderen baulichen Charakter des Krankenhauses aufzugeben. Moderne diagnostische Methoden wie Ultraschalluntersuchung innerer Organe und Video-Endoskopie werden eingeführt.

Als kirchliche Fachstelle für Gesundheit unterhält das DIFÄM heute eine Arzneimittelhilfe. Es führt für Pflegepersonal Seminare in Tropenmedizin und gemeinschaftsgetragener Medizin durch. Die Studien- und Öffentlichkeitsarbeit stellt grundlegende Fragen zu Gesundheit und Krankheit der Einen Welt in den Blick und will dazu beitragen, von Erfahrungen anderer Länder und Kulturen zu lernen. Das DIFÄM fördert eigene Pilotprojekte der Gesundheitsarbeit in Übersee.

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